Collective Action als Methode der Transformation

Ina Pfneiszl, Bundessprecherin der CSR Experts der WKO




Ina Pfneiszl ist Bundessprecherin der CSR Experts der Wirtschaftskammer. Sie sieht in Collective Action großes Potential für die notwendige Transformation.
 
Die EU rückt mit dem Green Deal die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Viele der Herausforderungen in diesem Zusammenhang erfordern eine neue Art der Zusammenarbeit. Wie sehen Sie das?
Als Sprecherin der WKO Bundesgruppe CSR Experts zählt für mich, gerade wenn es um Transformationsprozesse geht, die Kollaboration, die sogenannte Collective Action (CA), mehr als Kooperation. Bei einer Kooperation vertritt jeder seine eigenen Interessen und sucht für sich in der Kooperation eine WIN-Situation. Bei einer Collective Action werden gemeinsame Ziele, die über die eigenen Interessen hinausgehen und welche die Lösung einer gemeinsamen Herausforderung betreffen, verfolgt. In diesem Prozess muss jeder sehr offen sein, es muss der Raum gegeben werden, Neues entstehen zu lassen.

Wie kann Collective Action umgesetzt werden?
Bei Collective Action arbeiten Unternehmen aus der eigenen oder aus unterschiedlichen Branchen zusammen, um gemeinsam eine Lösung für ein Problem zu finden, das für die einzelnen Unternehmen nicht lösbar ist. Gründe dafür gibt es viele, Ressourcen oder Kompetenzen zum Beispiel. Solcherart Probleme sind beispielsweise die Pandemie, das Thema Personalmangel, aber auch die Bewältigung der Klimaherausforderungen für die Wirtschaft. In der CA kann das Kollektiv die Schwarmintelligenz wirken. Das bedeutet einen großen Fortschritt der Resilienz für Mensch und Umwelt.

Gibt es in Österreich Forschung dazu?
Ja, in Österreich gibt es bereits Forschung dazu, mehr Erfahrung hat der angelsächsische Raum. Ein österreichisches Beispiel dazu ist das Josef Ressl-Zentrum unter der Leitung von Prof. Markus Scholz in Wien.

Was bedeutet das für die handelnden Personen?
Transformation bedeutet auch eine Verhaltensänderung des Individuums, die Überwindung des Wettbewerbsdenkens hin zu einer guten Lösung für alle, innerhalb einer bestimmten Fragestellung. Denn wie soll sich eine Organisation verändern, wenn der Einzelne nicht bereit ist, sich auf den Prozess einzulassen. Hätten die Einzeller nicht kollaboriert, nicht die Bereitschaft zur gemeinsamen Neuschaffung gehabt, gebe es den Menschen heute nicht. Soweit muss es in der Wirtschaft natürlich nicht gehen;-) der Gedanke soll das Maß der Auswirkung von möglichen Veränderungen anschaulich machen.

Wie können KMUs davon profitieren?
Meine Vision ist folgende: Was sich große Unternehmen durch den Einsatz von Ressourcen ermöglichen können, muss auch für kleine und mittelständische KMUs durch Nachhaltigkeits-Branchenlösungen möglich sein. Denn wo ein kleines Unternehmen weder die Ressourcen hat noch die Investments tätigen kann, um Branchenlösungen zu finden, haben viele Unternehmen gemeinsam einfach mehr Möglichkeiten.

Die Idee für unser Netzwerk an CSR-Expert*innen kann genau das sein: Die Entwicklung von nachhaltigen Branchenlösungen. Solche Formen der Zusammenarbeit implizieren noch einen entscheidenden Vorteil. Durch die Zusammenarbeit von mehreren Betrieben einsteht ein enormes Potential an Vielfalt, die es braucht, um die Probleme zu lösen.   

Von Seiten der Interessensvertretungen sollte es möglich sein, solche Collective Action Modellle für KMUs zu unterstützen.


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