Wer jetzt nicht in Energieeffizienz investiert, bleibt auf den Kosten sitzen.



Wilhelm Hofmann, GF der Firma Strasshof


Wilhelm Hofmann führt gemeinsam mit seinem Sohn die Firma Strasshof. Das Familienunternehmen bietet Gastro-Küchenplanung, Non-Food-Produkte und individuelle Lösungen für Lebensmittel verarbeitende Betriebe.  

Was ist Ihr persönlicher Zugang zu Nachhaltigkeit?
Mein persönlicher Zugang ist pragmatisch. Ich bin nicht besonders grün, sondern ein Business-Mensch. Mir ist aber sehr bewusst, dass man mit der Natur und den Ressourcen vernünftig umgehen muss. Die aktuelle Situation – deutliche höhere Preise für fossile Treib- und Brennstoffe – sowie die Ankündigung von weiteren Verteuerungen zwingen uns als Unternehmer, energieeffizient und damit wirtschaftlich sparsam und nachhaltig zu denken. Dieser Druck ist – die Umwelt und vor allem das Klima betreffend – richtig und gut so.

Sie haben sehr viel Geld in Ihren neuen Firmenstandort investiert und haben nun moderne energieeffiziente Gebäude. Wie sind Sie vorgegangen?
Wir haben die alten Gebäude einer ehemaligen Käserei gekauft. Diese Gebäude haben wir komplett runderneuert, ausgebaut und energieeffizient gestaltet: Mit der Dämmung der Fassade, der Erneuerung des Daches, der Installation einer neuen Heizung und der Umstellung der gesamten Hauselektrik auf LED. Zusätzlich produzieren wir unsern eigenen Strom mit einer Photovoltaik-Anlage, haben erste Elektro-Fahrzeuge angeschafft und in eine Lade-Infrastruktur investiert.  

Welche nächsten Schritte sind geplant?
Wir wollen unsere Photovoltaik weiter ausbauen, weil wir noch einige Dachflächen zur Verfügung haben. Da wir den Strom selbst nicht benötigen, werden wir diesen Schritt aber erst setzen, wenn die Einspeis-Gebühren attraktiver gestaltet sind. Wichtig ist es uns auch, den Fuhrpark zu optimieren und weitere E-Fahrzeuge anzuschaffen.

Merken Sie, dass bei Ihren Kunden das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnt?
Auf alle Fälle. Zum einen ist jedes Unternehmen gefordert, den eigenen Energiebedarf effizient und mit erneuerbarer Energie auszurichten. Wenn es beispielsweise ein Hotelbetrieb verabsäumt, den Energiebedarf im Wellnessbereich zu optimieren, dann hat er kostentechnisch bald ein Problem. Wer jetzt nicht in Energieeffizienz investiert, bleibt auf den Kosten sitzen. Zum anderen merken wir gerade bei großen Unternehmen, dass sie immer mehr darauf schauen, mit Firmen zusammenzuarbeiten, die selbst nachhaltig agieren.

Der Fokus auf Nachhaltigkeit wird den Anspruch an Qualität und Langlebigkeit verstärken. Wie sehen Sie das?
Diese Erfahrung machen wir auch. Vor zehn Jahren hat sich die Gastronomie eine Zeitlang in Richtung „billig“ orientiert. Das ändert sich gerade wieder, weil Billigprodukte den hohen Anforderungen der Gastro einfach nicht entsprechen. Qualität gewinnt wieder an Bedeutung. Und zwar nicht nur bei Produkten, sondern auch bei der Qualität der Geschäftsbeziehung. Hochwertige Produkte, Zuverlässigkeit, ein gutes Service und eine seriöse Partnerschaft - das wird wieder wichtiger und in den kommenden Jahren noch mehr an Bedeutung gewinnen. Natürlich kosten Qualitäts-Produkte mehr, man kann sich aber darauf verlassen, dass alles passt. Und in manchen Bereichen haben durchaus auch billigere Produkte ihren Sinn, in Bereichen etwa, wo sie nicht stark strapaziert werden.

Wenn Sie an die nächsten Jahrzehnte denken, was wird sich ändern bzw. ändern müssen?
Die Müllvermeidung wird ein ganz großes Thema werden. Wir haben früher unterschiedliches Verpackungsmaterial, dass von unseren Lieferanten angefallen ist, zu 90 % wiederverwendet, wenn wir unsere Kunden beliefert haben. Das wird heute, beispielsweise vom Großhandel, nicht mehr akzeptiert. Die geben vor, welches Verpackungsmaterial sie zulassen. Das hat zum einen unsere Logistik verteuert, zum anderen haben wir jetzt viel mehr Abfall als früher. Hier brauchen wir gute Lösungen, wenn wir das Problem langfristig in den Griff bekommen wollen.


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